Wie funktioniert ein externer Venenzugang?

Die Verabreichung der Präparate erfolgt direkt in die Blutbahn. Dadurch steht der Faktor unmittelbar nach Verabreichung im Körper zur Verfügung.
Um Kindern, denen der Faktor häufig verabreicht werden muss, wiederholte Venenstiche zu ersparen, kann auch ein Portkatheter implantiert werden. Ein Portkatheter ist ein System, um einen dauerhaften Zugang zum Blutkreislauf zu legen. Man spricht auch oft nur von Port oder port a cath.
In einem kleinen operativen Eingriff – meist nur mit örtlicher Betäubung – wird Ihrem Sohn eine kleine Kammer im rechten Brustbereich unter die Haut gelegt. Diese Kammer ist mit einem Schlauch (Katheter) mit einer großen Vene verbunden. Diese Kammer wird so gelegt, dass sie auf einem Knochen, z. B. einer Rippe, liegt.

Wenn die Faktorgabe erforderlich ist, kann der Faktor durch die Haut in die Kammer des Zugangs gegeben werden und geht sofort in die Vene über. Zusammen mit Ihrem Arzt oder der Hämophilieschwester lernen Sie, wie man den Faktor spritzen muss und was man bei der Pflege des Ports beachten muss. Der Umgang mit dem Port wird sicherlich rasch für Ihren Sohn, für Sie und Ihre Familie zur Routine.
Wenn alles gut läuft, kann ein Port bis zu vier Jahre im Körper Ihres Kindes verbleiben. In der Regel ist danach die Therapie der Hemmkörper abgeschlossen und es muss kein neuer Port gelegt werden. Bei älteren Kindern sind die Venenverhältnisse besser und eine Faktorgabe an den Armvenen ist möglich.

Als Komplikationen können Infektionen, Einblutungen oder auch Thrombosen auftreten. Dies wird Ihr Arzt ausführlich mit Ihnen im Aufklärungsgespräch besprechen.

Ihr Sohn kann einen Portkatheter unauffällig unter der Kleidung tragen. Da der Katheter unter der Haut liegt, ist er nicht sichtbar. Kurze Zeit nachdem der Katheter gelegt worden ist (ca. nach fünf Tagen), kann Ihr Sohn sich wieder normal waschen, duschen oder baden.