Wie lange dauert die Therapie, bis der Hemmkörper beseitigt ist?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Ihr Sohn kann viele oder wenige Hemmkörper entwickelt haben. Wenn er viele Hemmkörper gebildet hat, spricht man von einem hohen Hemmkörper-Titer oder auch von „high-responder“. In diesem Fall wird die Eliminierung der Hemmkörper in der Regel länger dauern, als wenn bei Ihrem Sohn ein niedriger Hemmkörper-Titer vorliegt.
Es ist wichtig, dass die Therapie konsequent durchgeführt wird. Natürlich bedeutet eine zweimal tägliche Injektion von Faktorkonzentrat und anderen Arzneimitteln, die jeweils bis zu anderthalb Stunden dauern kann, einen großen Einschnitt in Ihren Alltag. Die Erkrankung Ihres Sohnes bestimmt jetzt Ihren Tagesablauf. Trotzdem ist es von großer Bedeutung für die Erfolgsaussichten der Behandlung, dass Sie sicherstellen, dass Ihr Sohn zweimal täglich (möglichst im Abstand von 12 Stunden) diese Behandlung bekommt. Wenn dies konsequent durchgehalten wird, bestehen die besten Erfolgsaussichten, dass der Hemmkörper vollständig verschwindet.
Wenn nach ca. einem Jahr Behandlung der Hemmkörper-Titer nicht abnimmt, gibt es die Möglichkeit, ein anderes Faktor-VIII-Produkt einzusetzen. Plasmatische Faktor-VIII-Konzentrate mit einem hohen von-Willebrand-Faktor-Anteil zeigen oft gute Erfolge bei der Eliminierung von Hemmkörpern.