Ich kann mein Kind nicht selber spritzen, muss es jetzt die ganze Zeit im Krankenhaus bleiben?

Gerade bei Babys und Kleinkindern ist es oft schwierig, eine Vene zu finden und den Faktor zu spritzen. Hierzu bedarf es viel Erfahrung, und auch mancher Kinderarzt findet nicht auf Anhieb eine geeignete Vene.
Es gibt die Möglichkeit, dass ein externer Venenzugang (ein sogenannter Port) gelegt wird. Dabei wird eine Kammer unter die Haut gelegt, die mit einer großen Vene verbunden ist. Wenn Sie den Faktor durch die Haut in diese Kammer spritzen, gelangt er direkt ins Blut. Das klingt sicherlich für jeden medizinischen Laien schlimm, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Wenn man den Umgang mit einem Port gelernt hat, sorgfältig und steril arbeitet, ist er eine Erleichterung im Alltag. Sie können Ihren Sohn zu Hause spritzen. Er muss nicht im Krankenhaus aufgenommen werden und Sie müssen auch nicht zweimal täglich zum Arzt fahren.
Der Port wird im Krankenhaus durch eine Operation eingebaut. Von den Ärzten und Schwestern in Ihrem Hämophiliezentrum lernen Sie, wie Sie den Port richtig pflegen und was es heißt, steril zu arbeiten.
Bei Bedarf ist es möglich, dass Sie zu Hause von einem Pflegedienst unterstützt werden. Ihr Arzt kann gemeinsam mit dem Sozialarbeiter des Krankenhauses die entsprechenden Schritte einleiten.