Impfungen bei Hemmkörper-Hämophilie richtig?

Impfungen sind sehr wichtig und werden für alle Kinder und Erwachsene empfohlen. Ihr Kind sollte alle üblichen und von der STIKO (Ständigen Impfkommission) empfohlenen Impfungen, wie z. B. Tetanus, Keuchhusten oder Hepatitis, erhalten. Impfstoffe werden üblicherweise in den Muskel (i.m.) gespritzt. Bei Hämophilen sollten Impfungen unter die Haut (subkutan) erfolgen, da eine Impfung in den Muskel zu Blutungen führen kann.

Da bei Ihrem Kind ein Hemmkörper diagnostiziert worden ist, sollte die individuelle klinische Situation berücksichtigt werden, deshalb besprechen Sie die Details in Bezug auf Impfungen mit Ihrem Zentrum.

Ihr Kind erhält zur Zeit eine Eliminationstherapie. Für den Erfolg der dauerhaften Eliminierung der Hemmkörper ist es wichtig, dass die Therapie kontinuierlich fortgesetzt wird. Dies bedeutet, dass bei hohen Hemmkörperwerten eine zweimalige Faktorgabe pro Tag durchgeführt wird. Durch diese Therapie wird versucht, das Immunsystem Ihres Sohnes an den vermeintlich fremden, von außen zugeführten Gerinnungsfaktor zu gewöhnen. In dieser Zeit sollte das Immunsystem nicht zusätzlich mit Impfstoffen „belastet" werden. Deshalb raten Experten während der Hemmkörper-Eliminationstherapie von Impfungen ab. Nach einer gewissen hemmkörperfreien Zeit, können die Impfungen nachgeholt werden. Da es keine genauen Untersuchungen zu der Festlegung des Zeitrahmens gibt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Erfahrungswerte des Zentrums und lassen Sie sich beraten.