Was ist mit Ausflügen und Klassenfahrten?

Ausflüge und Klassenfahrten gehören zum normalen Kindergarten- und Schulalltag und die Teilnahme ist selbstverständlich, nach einer gewissen Vorbereitung, auch für ein hämophiles Kind möglich. Ein Tagesausflug stellt kein Problem dar, da die Kinder zuhause vorab die Faktorgabe durchführen können. Bei einer mehrtägigen Klassenfahrt stellt sich die Frage: „Wer führt die Faktorgabe durch?“ Dies sollte im Vorfeld mit den Eltern besprochen werden.

Da die Hämophilie meistens früh diagnostiziert wird, werden die Kinder schnell zu Experten und können ihre Situation, z. B. im Falle einer Blutung, sehr gut einschätzen. Die Kinder lernen meistens in speziellen Spritzen-Kursen die Injektion des Faktors.  

Worauf trotz allem geachtet werden sollte, ist Folgendes:

 
  • Hat das Kind sein Notfallausweis dabei?
  • Liegt ein Adressverzeichnis der Hämophiliezentren in der Nähe des Aufenthaltsortes vor?
  • Sind Ihnen die Telefonnummern der Eltern und der behandelnden Ärzte bekannt?
  • Gibt es vor Ort Möglichkeiten zur Lagerung des Präparats?

Zu den üblichen Reisedokumenten aller Schüler für eine Klassenfahrt, wie dem Personalausweis, dem Impfausweis und der Krankenversicherungskarte, sollten bei einem hämophilen Kind noch der Notfallausweis, gegebenenfalls der Schwerbehindertenausweis, die ärztliche Bestätigung, dass Faktorkonzentrat mitgeführt werden muss, und im Ausland die Zollbestätigung mitgenommen werden.

Die Eltern sind Ihre Hauptansprechpartner und werden Sie sicherlich sehr gerne beraten, was bei einem Notfall zu tun ist. Haben Sie keine Scheu, Ihre Fragen und Bedenken zu äußern – auch ein telefonisches Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder z. B. der Deutschen Hämophiliegesellschaft (DHG) kann Ihnen helfen, Informationen einzuholen.