Sicherheit der Therapie

Wenn über Sicherheit in der Hämophilie-Therapie gesprochen wird, meint man oft die Virussicherheit der Konzentrate. Viele ältere Hämophile sind Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre durch Blutprodukte mit Hepatitis-Viren oder HIV infiziert worden.
Die Faktorenkonzentrate gelten heutzutage nach menschlichem Ermessen als sehr sicher.
Das Risiko der Ansteckung mit dem HI-Virus oder auch Hepatitis-Virus bei Kindern und Jugendlichen mit Hämophilie durch virusinaktivierte Faktorkonzentrate gilt in den Industrienationen als extrem unwahrscheinlich.

In den letzten 30 Jahren sind viele Verbesserungen an den Faktorkonzentraten durchgeführt worden. Die Faktorkonzentrate, die früher eingesetzt wurden, sind mit den heutigen Konzentraten in Bezug auf die Virussicherheit nicht zu vergleichen.

Daher gilt: Produktsicherheit ist mehr als nur Virussicherheit!
 

So gilt unter den ärztlichen Experten als gesichert, dass heutzutage die schlimmste Nebenwirkung, die bei der Therapie auftreten kann, das Entstehen von Hemmkörpern ist, und nicht eine mögliche Übertragung von Viren. Hemmkörper treten meist früh in der Behandlung auf. Manchmal können Hemmkörper aber auch erst später auftreten. Wenn Sie an einem hämophilen Jungen auffällig viele blaue Flecken oder Blutungen, z. B. Nasenbluten, beobachten, teilen Sie dies sofort den Eltern mit. Das können Anzeichen für einen Hemmkörper sein, der sofort behandelt werden muss.

Die Behandlung der Hämophilie ist in Deutschland gesichert, und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die Medikamente (die Gerinnungsfaktoren) stehen in ausreichender Menge zur Verfügung, und kein Betroffener muss auf eine Behandlung verzichten, weil nicht genügend Faktorkonzentrat zur Verfügung steht. Das ist nicht überall auf der Welt so. Oft hört man erschreckende Berichte aus anderen Ländern.
Die Therapie ist sicher und zuverlässig, Blutungen werden effektiv gestoppt und durch die Therapie kann verhindert werden, dass Blutungen häufig auftreten.

Alle Arzneimittel in Deutschland unterliegen strengen Auflagen durch die Behörden. Für die Zulassung eines neuen Medikamentes werden von den Herstellern zahlreiche Studien durchgeführt, die die Sicherheit und Wirksamkeit des Produktes belegen. Ohne diese Daten wird keine Zulassung erteilt. Auch nach der Zulassung wird jedes Arzneimittel weiter von den Behörden überwacht. So gewährleisten die Behörden, dass alle Arzneimittel sicher sind.
 

Weitere Informationen finden Sie unter:

- Sicherheit plasmatischer Gerinnungsfaktoren

- Sicherheit rekombinanter Gerinnungsfaktoren