Rekombinante Gerinnungsfaktoren

Die Gerinnungsfaktoren VIII und IX können auch gentechnisch hergestellt werden. Diese rekombinant genannten Gerinnungsfaktoren werden künstlich hergestellt. Dazu wird das Gen für den Faktor in tierische Zellen eingebaut, die sich stark vermehren können so wie Krebszellen. Diese Zellen werden verändert, damit sie Faktor produzieren können. Der Faktor, der so hergestellt wird, ist vom Aufbau her fast so wie der natürliche Faktor, der im menschlichen Blut vorkommt.
Der so hergestellte Faktor wird durch viele Schritte weiter gereinigt. Alle Schritte werden gut überwacht, damit keine Krankheiten übertragen werden können. Der Faktor wird ganz vorsichtig gereinigt, damit er möglichst unverändert bleibt und dem menschlichen Faktor so ähnlich wie möglich ist.
 

Reinigen und Konzentrieren der Gerinnungsfaktoren


Um den Faktor weiter zu reinigen, werden viele verschiedene Schritte eingesetzt. Dazu gehört auch immer mindestens ein Schritt, bei dem Krankheitserreger – es können auch Krankheiten von den tierischen Zellen auf Menschen übertragen werden - wie z.B. alle möglichen Arten von Viren - zerstört werden.
 

Abschließende Überprüfung der fertigen Arzneimittel


Jeder Faktor wird nach der Herstellung gründlich von CSL Behring geprüft. Dann wird der Faktor zusätzlich von der zuständigen deutschen Behörden untersucht und bekommt eine sogenannte „Freigabe", wenn alles in Ordnung ist. Jetzt erst darf der Faktor für die Behandlung der Hämophilie eingesetzt werden.
Die rekombinanten Faktorkonzentrate sind nach menschlichem Ermessen sicher. Seit einigen Jahren sind Schritte zur Zerstörung von Krankheitserregern eingeführt worden. Es sind keine Krankheiten wie HIV oder Lebererkrankungen durch rekombinante Faktorkonzentrate übertragen worden. Dafür bekommst Du einen Faktor, der dem menschlichen Faktor so ähnlich wie möglich ist.