Was ist in der Schule zu beachten?

Der Schüler mit einer Hämophilie möchte sicherlich genauso behandelt werden wie seine Altersgenossen. Die Klassenkameraden und -kameradinnen würden sicherlich eine Sonderbehandlung bemerken, und dies könnte sich sogar eher negativ auf das Klassengefüge auswirken und eine Isolierung des hämophilen Schülers zur Folge haben. Deshalb möchten wir Sie ermuntern, in einem Gespräch mit allen Mitschülern und Mitschülerinnen das Krankheitsbild zu erklären und über die Verhaltensweisen, z. B. im Sportunterricht, aufzuklären. Vielleicht können Sie im Biologieunterricht das Thema „Hämophilie“ in einem Referat besprechen.

Im Falle einer Verletzung, einer Gelenk- und/oder Muskelblutung oder bei Verdacht auf eine innere Blutung ist meist eine Faktorgabe notwendig. Da die Eltern Ihre Ansprechpartner sind, suchen Sie das Gespräch und lassen Sie sich genau beraten, wie bei einem Notfall zu reagieren ist.

Bei einem Kind mit einer Hämophilie ist jedoch nicht häufiger mit einem schweren Notfall zu rechnen als bei blutungsnormalen Kindern. Es ist hilfreich, wenn Ihnen der Notfallausweis des Kindes in Kopie vorliegt. In diesem Notfallausweis ist der Schweregrad der Hämophilie, das zu verwendende Präparat und auch eine 24 Stunden erreichbare Telefonnummer des behandelnden Arztes hinterlegt.

Betroffene mit einer Hämophilie bluten nicht stärker als gesunde Personen, sondern länger. Da ein wichtiger Gerinnungsfaktor in ihrem Blut fehlt, dauert es länger, bis die Blutung zum Stillstand kommt. Was aber entscheidend ist – eine Verblutungsgefahr besteht heutzutage praktisch nicht! Deshalb gilt es, erst einmal Ruhe zu bewahren sowie die Eltern und gegebenenfalls den Arzt zu verständigen.