Was ist im Kindergarten zu beachten?

Es ist für ein Kind mit einer Hämophilie genauso wichtig wie für alle Kinder, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen und sich ohne die Hilfe der beschützenden Eltern in die Gruppe zu integrieren und sich hier zu behaupten. Versuchen Sie hierbei nicht, das hämophile Kind „in Watte“ zu packen oder mit „Samthandschuhen“ anzufassen. Die Gleichbehandlung mit den anderen Kindergartenkindern ist sehr wichtig, damit das hämophile Kind sich nicht ausgegrenzt fühlt.

Wir möchten Sie auf der anderen Seite sensibilisieren, darauf zu achten, dass bei hämophilen Kindern oft eine Häufung blauer Flecke im Kindergartenalter festzustellen ist. Deshalb achten Sie auf blaue Flecken und informieren Sie die Eltern darüber. Auch der Durchbruch der Zähne kann zu Blutungen führen. Betroffene mit einer Hämophilie bluten jedoch nicht stärker als blutungsgesunde Personen. Da ein wichtiger Gerinnungsfaktor in ihrem Blut fehlt, dauert es nur länger, bis die Blutung zum Stillstand kommt.

Bei Betroffenen mit einer schweren Hämophilie können Blutungen auch spontan, d. h. ohne einen äußeren Anlass, auftreten. Dabei kann es sich sowohl um Gelenk- als auch um Muskelblutungen handeln. Deshalb sollten Sie darauf achten, ob das Kind zu humpeln anfängt, vielleicht überhaupt nicht mehr laufen will oder eine Schonhaltung einnimmt. Dann könnte eine Gelenk- oder Muskelblutung vorliegen; diese ist nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann unbehandelt auch zu bleibenden Schäden führen. Bei Gelenk- und/oder Muskelblutungen oder bei Verdacht auf eine innere Blutung ist eine Faktorgabe notwendig.

Am besten besprechen Sie mit den Eltern, wie im Falle einer Blutung vorgegangen werden soll. Die Eltern sind Ihre Hauptansprechpartner und werden Sie sicherlich sehr gerne beraten, was bei einem Notfall zu tun ist. Haben Sie keine Scheu, Ihre Fragen und Bedenken zu formulieren. Die Eltern können Ihnen dann auch die wichtigen Telefonnummern zusammenstellen und Ihnen eine Kopie des Notfallausweises aushändigen.