Wie stelle ich fest, ob mein Sohn einen Hemmkörper hat?

Ihr Sohn hat innerhalb der ersten zwanzig Behandlungstage das höchste Risiko, einen Hemmkörper zu entwickeln. Als Behandlungstag (oder auch „exposure day" genannt) wird jeder Tag gezählt, an dem Ihr Sohn Faktor bekommt. Wenn bis zum fünfzigsten Behandlungstag kein Hemmkörper aufgetreten ist, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass noch ein Hemmkörper auftreten wird.
Das Immunsystem Ihres Sohnes „kennt" den gespritzten Faktor nicht und versucht, diesen „körperfremden" Faktor auszuschalten, indem es Hemmkörper gegen diesen Faktor bildet. Dies führt zu einem Abbau des gespritzten Faktors.
Hinweise auf das Entstehen eines Hemmkörpers bekommen Sie, indem Sie Ihr Kind aufmerksam beobachten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Sohn trotz Faktorgabe mehr blaue Flecken entwickelt oder vermehrt Blutungen auftreten, ist dies ein Hinweis, dass der Faktor nicht so wirkt wie gewünscht. Vielleicht ist die Dosierung zu niedrig, oder es hat sich ein Hemmkörper gebildet. Sie müssen Ihre Beobachtungen unbedingt so schnell wie möglich mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Nur durch eine Blutuntersuchung kann mit Sicherheit festgestellt werden, ob sich ein Hemmkörper gebildet hat oder nicht. Wenn sich Hemmkörper gebildet haben, sollte möglichst bald mit einer Therapie begonnen werden. Ihr Arzt wird die nächsten Schritte und die Therapiemöglichkeiten ausführlich mit Ihnen besprechen.