Schwangerschaft und Geburt, was ist wichtig?

Sie als Konduktorin sollten, falls Sie über eine Schwangerschaft nachdenken, eine Gerinnungsanalyse vor der Schwangerschaft durchführen lassen. Da es im Laufe der Schwangerschaft zu Veränderungen der Gerinnungswerte kommt, führt eine spätere Analyse zu verfälschten Werten. Die Gerinnungswerte erhöhen sich im Laufe der Schwangerschaft, und somit verlaufen im Normalfall die Schwangerschaften komplikationsfrei. Sollten Sie jedoch während der Schwangerschaft Blutungsprobleme bekommen, wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt und an Ihr Hämophiliezentrum.

Mit Hilfe einer Fruchtwasseruntersuchung können Sie erfahren, ob das ungeborene Kind eine Hämophilie hat oder nicht. Wenn Sie die Diagnose „Hämophilie" für Ihr Kind erhalten haben, wenden Sie sich am besten an Ihr Hämophiliezentrum und lassen Sie sich umfassend beraten. Bei der Wahl der Geburtsklinik ist es wichtig, dass die Ärzte Erfahrung in der Entbindung hämophiler Kinder haben. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte der behandelnde Arzt vor dem Geburtstermin ausführlich Rücksprache mit dem Hämophiliezentrum halten.

Kinder mit einer Hämophilie werden normalerweise ohne Komplikationen geboren. Jedoch sollte bei Kindern in Beckenendlage oder bei sehr großen Kindern und/oder Müttern mit engem Becken auf die Verwendung einer Zange oder Saugglocken wegen der Verletzungsgefahr verzichtet werden.
Da bei Konduktorinnen auch verminderte Faktorwerte – z.T. unter 50 % – ermittelt werden, kann es nach der Geburt zu Blutungen kommen, und nach einem Kaiserschnitt sind Probleme mit der Wundheilung möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, Ihre erniedrigten Faktorwerte sind mit einer Therapie durch ein Gerinnungsfaktor oder DDAVP behandelbar.